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Alumnats-Eingang | ehem. Jacobson-GymnasiumEs wohnen die hohen Gedanken
In einem hohen Haus.
Ich klopfte, doch immer hieß es:
Die Herrschaft fuhr eben aus!

Nun klopf ich ganz bescheiden
Bei kleineren Leuten an.
Ein Stückel Brot, ein Groschen
Ernähren auch ihren Mann.
Wilhelm Busch


kleines Leitbild

Es soll ein lebendiges Bild sein das sich verändern kann wenn neue Ideen dazu kommen oder alte Ansichten wieder verworfen werden müssen. Etliche der unten aufgeführten Wünsche und Ideen sind nicht neu oder allein von uns. Wir legen wert auf die Feststellung daß die unten genannten Punkte auch von den Seesener Institutionen wie Mütterzentrum, Seesener Bürgergemeinschaft, Vereine, Lokale AGENDA, Kirchen, anderen Parteien usw. stammen oder stammen könnten. Das heißt wir wollen hier keine Ideen klauen sondern sie nur einmal zusammenfassen um uns auch selber ein Bild von Seesen machen zu können.

Dieses Leitbild ist somit auch ein Stück Selbstfindung. nach oben

Seesens Identität:
"Bis in das vorige Jahrhundert war Seesen ein Ackerbürgerstädtchen. Die Bedeutung der Landwirtschaft ist aber seit dem gesunken.... Wesentliche Ertragsgrundlagen sind heute die Industrie, der Dienstleistungsbereich und der Fremdenverkehr", heißt es in der Info Broschüre Seesen.
Viele Harzstädte sind durch den Bergbau entstanden und geprägt worden weshalb in Goslar; Lautenthal, Wildemann usw. heute auch Bergbaumuseen zu den touristischen Attraktionen gehören. Bad Grund hat nebenbei noch seine Tropfsteinhöhle und den Kurbetrieb.
Seesens Ursprung dagegen liegt an einem See. - " Wie die alte Namensform Sehuson ( Seehausen) beweist, hat Seesen seinen Namen von einem See, wie denn auch die Stadt ein Seerosenblatt in ihrem Wappen führt.
Schon Merian bemerkt in seiner Topographie daß Seesen "ohne Zweifel" von einem dabei stehenden See den Namen habe. nach oben

"Es hat Fürst Herzog Heinrich Julius um das Jahr 1610 aber den See abgraben gelassen um die Beschaffenheit zu erfahren. Nachdem aber die Wasser um etliche Lachter abgelaufen waren, sind einige Häuser unten am Vititurm dem Sinken nachgefolgt, wodurch man verspürte das der Grund des Ortes auf dem Wasser stehen muß",
(Seesen die 500 jährige Stadt am Harz Seite 7).

- Dabei muß man sich vor Augen halten das es ursprünglich keine oder kaum natürliche Seen im Harz - und im Harzvorland gab. Fast alle Seen und Teiche die es heute in unserer Region gibt, sind erst später künstlich angelegt worden. Seesens historisches Erbe sind also seine Seen bzw. sie waren es. Der Reddekolk existiert dabei noch; der Kindersee an der Wallstraße wurde leider zugeschüttet. Der See beim Jagdschloß (Museum) wurde nach dem 2. Weltkrieg und in den 60 iger Jahren mit Bodenaushub der nahe gelegenen Züchnerfabrik verfüllt so das leider nur noch die beiden kleinen Seereste übrig geblieben sind. Aus historischen Karten geht aber hervor, das noch im 18. Jahrhundert ein See einen großen Teil diese Gebietes einnahm.
Die geplante Wohnbebauung in diesem Gebiet "An den Teichen" lehnen wir deshalb ab, den hier bebaut die Stadt historischen Grund. Es ist sehr bedauerlich daß die Stadt Seesen an einen Ankauf der Flächen und somit einer Erweiterung der Parkanlagen kein Interesse hat. Hier wird die historische Chance vertan, der Stadt vielleicht wieder ihren See, und somit ein Stück Identität zurück zu geben. Langfristig sollte trotzdem daran gedacht werden die noch vorhandenen Seeflächen wieder zu erweitern. Vielleicht könnte man die Teiche sogar zu einem Badesee ausbauen. Bad Grund beantragt gerade Zuschüsse von 1,5 Millionen DM für den Bau einer ökologischen Naturseebadeanstalt. nach oben

Naturräumlich liegt Seesen direkten im Übergangsbereich vom Innerstebergland zum Oberharz (Hasseberg 290 m) . Anstatt einer weiteren Wohnbebauung gehörte auf den Hasseberg deshalb eine Bergwiese, sprich eine Bergwiese an die Bergstraße. Einen "Berggarten" gibt es auf dem Hasseberg ja leider nicht mehr. Da die noch vorhandene Wiesenfläche auf ca. 290 m Höhe liegen, wäre ihre Umwandlung in eine echte Bergwiese (um 400 Höhenmeter aber auch tiefer) möglich. Man bräuchte eventuell nur geeignetes Bergwiesenheu auf der jetzigen Wiese verteilen, wodurch sich die bergwiesentypischen Pflanzen dann aussäen. Eine solch extensiv bewirtschaftete Wiese würde eine Aufwertung dieses Naherholungsgebietes bedeuten. Das wäre dann die erste "Bergwiese" in Seesen und würde Seesen noch mehr zu einer Harzstadt machen, was sicherlich auch im Hinblick auf den Tourismus interessant sein dürfte. Als Beispiel können die Bergwiesen in Bad Grund (dort sogar vom Harzer Höhenvieh - den braunen harzer Kühen- beweidet ) und Goslar dienen, deren Bergwiesen auch deutlich unter 400m liegen.
Bergwiesen (vielleicht auch an anderen Stellen) wären sicherlich eine Bereicherung des Stadt bzw. Landschaftsbildes und würde die Zugehörigkeit Seesens zum Harz ( im Gegensatz zum Vorharz oder Braunschweiger Land) deutlich erhöhen. nach oben

Innenstadt:
So wie bei dem früheren Bauernmarkt auf der Domäne in Bilderlah, oder z.Zt. in Bad Gandersheim sollten auch auf dem Seesener Markt Haustiere ( Ziegen Schweine, Gänse) präsentiert werden. Das wäre eine zusätzliche Attraktion. Die Jacobsonsstraße sollte dabei vor dem Kaufhaus Meinecke am langen Donnerstag, Samstags und zur Weihnachtszeit zur Fußgängerzone erklärt werden. Die Marktstände könnten sich dann auf die Jacobsonsstraße ausdehnen, zumal mit dem neuen Parkhaus jetzt auch noch mehr Parkplätze in der Innenstadt zur Verfügung stehen. (die GAW hatte zu dem Thema allerdings schon einmal einen Ratsantrag gestellt und ist damit gescheitert). Die Seesener Werbegemeinschaft sollte wieder einen Weihnachtsmarkt organisieren. Wir könnten uns dabei vorstellen das die SWG dazu Verkaufsbuden zur Verfügung stellt ( vielleicht kann die ev. Kirche dabei helfen) in denen sich dann auch Seesener Vereine wie Lebenshilfe, AWO, Lebensabendbewegung usw. usw. kostenlos präsentieren könnten. nach oben
Ähnlich wie den Blumenschmuckwettbewerb sollte es einen Schaufensterwettbewerb in Seesen geben. Diesen könnte die Seesener Werbegemeinschaft oder die Bürgergemeinschaft durchführen. Auch sollten die Schaufenster länger beleuchtet sein als zur Zeit.
Party, Kino, Sport für Kids im (immerhin überdachten) Parkhaus. Zumindest sollte die SWG, der Stadtrat oder die Verwaltung nichts dagegen haben falls jemand dort so etwas organisieren möchte (z.B. das Jugendzentrum).
Eine von der Seesener Werbegemeinschaft bezahlte Kinderbetreuung während des Einkaufs (Mütterzentrum, Frauenbeauftragte fragen). Die Mütter bekommen dabei ein Handy, falls sie kein eigenes haben, damit sie erreichbar sind.
Ähnlich wie z.B. in Bockenem sollte es eine Zentrums nahe Hundespielwiese in Seesen geben auf der die Bürger ihre Hunde frei laufen lassen können (auf eigene Gefahr). Interessant wäre dabei z.B. die Wiese Feldstr./Steinweg. Die Pacht, Zaunausbesserung usw. finanziert über ein Spendenkonto (Die Hundevereine konsultieren).
Wir wünschten uns eine Fußgängerbrücke am Bahnhof wobei der Tunnel mit einbezogen werden kann (war auch schon die Idee anderer Parteien),
eine CD-ROM (wie z.B. in Salzgitter) und einen jährlichen Kalender über Seesen (im Zusammenhang mit einem Fotowettbewerb der z.B. Fotogeschäfte),
einem gemeinsamen Sampler der Seesener Musikgruppen (Musicpoint-Seesen) (Titel: Seesen im Taumel der Melodaien hä,hä), wieder einen Stadtbildbeauftragten, einen Stadtjugendring, Werbung der Versorgungsbetriebe für den Verkauf Ihres Ökostroms, weniger Mobielfunkantennen aber mehr Werbung für die Einkaufstadt Stadt Seesen z.B. auf Autoaufkleber, Litfaßsäulen, in überegionalen Zeitungsanzeige, an den Autobahnraststätten Ildehausen/Rhüden (Stadtplan/Hotelverzeichnis).
Das die Lila Linie auch die Dörfer anfährt.
Wenn es finanziell und bautechnisch möglich wäre würden wir gerne den alten Bachlauf in der Langenstraße wieder freilegen lassen, ähnlich wie z.B. in Alfeld geschehen ist. Auf der Höhe der Firma Wurziger ist auf alten Fotos noch ein dazugehöriger Brunnen zu erkennen.
Parkausweise für die Anwohner der Innenstadt sollten eingeführt werden. nach oben

Der Tourismus in Seesen
muß ausgebaut werden. Stichworte dazu wären - ein kostengünstiger Fahrradverleih im Rathaus, eine Draisine auf den alten Gleisen zwischen Bornhausen, Klingenhagen und Winkelsmühle (so etwas gibt es z.B. auch in Bantrup bei Rinteln), einen ökologischen Stadtführer wie in Goslar, geführte Betriebsbesichtigungen, eine Walpurgisfeier (vielleicht auf den Sonnenberg?).
Organisierte Reitausflüge (durch Reitvereine): Das neuerdings eingeführte "Reiterfest" (Sternritt nach Seesen) halten wir dabei schon einmal für eine gut Idee. Das "Weinfest" sollte dagegen ein "Harzfest", "Herbstfest" o.ä. werden.
Die Anlage eines Trimmpfades im Wildpark. nach oben

Ökologie:
Natürlich wünschten wir uns das die Lokale AGENDA Hauptamtlich weitergeführt würde, aber die Stadt Seesen kann die erforderlichen 100.000 DM im Jahr dafür wohl kaum aufbringen.
Wir wünschten uns einen "Tag der Artenvielfalt". Dabei wird von Seesener Bürgern unter Anleitung von Fachleuten ein Bestimmtes Gebiet in Seesen auf seine Artenvielfalt untersucht.
Schön wäre auch ein Waldkindergarten. nach oben

Landwirtschaft:
Noch in den 50er Jahren waren alle landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung der Städte und Dörfer selbstverständlich Naherholungsräume. Doch dann wurde zwecks Steigerung der Produktivität durch Flurbereinigungen weite Gebiete "ausgeräumt" und vereinheitlicht. Die landschaftliche Vielfalt, Schönheit und Attraktivität blieb dort völlig auf der Strecke, wo die Monotonie der Großmaschienenflächen als höchste Erhebung bis zum Horizont quasi nur noch ein Rübenblatt duldete. Das Ergebnis ist eine De-facto-Aussperrung der Bevölkerung aus ihren angestammten Lebensräumen, ohne daß irgendwo ein Verbotsschild steht.
50% der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind so gründlich ausgeräumt worden, daß sie praktisch niemand mehr zur Erholung aufsucht. Der für die Bevölkerung nutzbare Lebensraum ist so um etwa ein Drittel geschrumpft," so W.E.Barth, Leiter des Nationalpark Harz. nach oben

Hochwasserschutz:
Die psychologische Wirkung des Hochwasserschutzdammes in Rhüden sollte nicht unterschätzt werden. Bestes Beispiel dafür ist der geplante Neubau der Rhüdener Grundschule ins Überschwemmungsgebiet der Nette. Man hat ja jetzt einen Damm! Auch die Landwirtschaft muß in Zukunft mehr in die Verantwortung genommen werden was heißt, der Hochwasserschutz muß bei den drei laufenden Flurbereinigungsverfahren oberste Priorität haben. Das bedeutet, begradigte Bäche müssen wieder so hergerichtet werden das sie määndrieren können, verrohrte Bäche müssen wieder freigelegt werden. An die Ackerränder müssen Hecken und Büsche gepflanzt werden um der Bodenerosion Einhalt zu gebieten. Den schlimmer als das Wasser ist oftmals der Schlamm der den Netteanliegern bei Hochwasser in die Wohnungen und Keller schwappt. Aber auch eine weiter Versiegelung von Grundstücken mit Verbundpflastersteinen oder Asphalt darf nur noch dort durchgeführt werden wo es unbedingt nötig ist. Wir können nicht so weiter machen wie bisher und nach dem Motto handeln - wir haben ja jetzt einen Damm. nach oben

Bauen in Seesen:
Leider stehen in der Innenstadt immer mehr Wohnungen leer. Wenn schon neue Baugebiete dann ökologische Baugebiete wie es sie in anderen Kommunen und Gemeinden bereits gibt. Vorstellbar wäre dabei eine Holzhaussiedlung (paßt zum Harz mit seinem großen Holzpotential) mit eigenem Blockheizkraftwerk und das auch für Familien mit geringerem Einkommen. Auch ist verdichtetes Bauen (Hundertwasserhäuser und ähnliches) dem Bauen in der Fläche vorzuziehen. Mischgebiete sollten dabei Vorrang vor reinen Wohngebieten haben, damit z.B. auch ein Lebensmittelmarkt dort angesiedelt werden kann. Die Seesener Gebäude sollten möglichst eine harztypische Bauweise vorweisen. Als Vorbild dafür kann der Seesener MiniMal-Markt an der Frankfurterstr. mit Satteldach und der harztypischen Fassadenverkleidung dienen. Auch das dient der Identität.
Um die Seesener Innenstadt zu stärken sollten die Gewerbebetriebe am Stadtrand angehalten werden zumindest kleine Zweigstellen im Innenstadtbereich zu unterhalten, Autohäuser, Möbelhäuser z.B. kleine Ausstellungsräume. Dazu gehört allerdings der Wille und einiges an Verhandlungsgeschick seitens der Stadtverwaltung. Ähnliches wurde auch schon in Clausthal-Zellerfeld praktiziert. Ein weiteres Gewerbegebiet am Ziegelkamp (Braunschweigerstr. nach der Gartenkolonie) lehnen wir aus Sicht des Stadtbildes ab. nach oben

Rastanlage:
Das Bundes Verkehrsministerium möchte die alte Tank und Rastanlage Seesen- Ildehausen an der A7 beidseitig und bis auf je einen Kiosk pro Seite zurückbauen. Die Parkplatzflächen sollen allerdings erhalten bleiben. Für den Rückbau möchte das Straßenneubauamt zwei neue Tank und Rastanlagen im ca. 10 km entfernten Bornhausen bauen.
Wir lehnen dies ab.
Wir halten die Rastanlagen und Parkplatzdichte mit einem Autohof in Nordheim, der Raststätte Ildehausen, dem Autohof Rhüden dem Truck-Stop in Bockenem in dieser Region mehr als ausreichend.
Der Bund der Steuerzahler nannte die Raststätte in einem Artikel in der Bild am Sonntag vom 16.04. 2000 unter der Überschrift "10 Millionen für sinnloseste Raststätte verpulvert", Deutschlands überflüssigste Raststätte. nach oben

Ökonomisch:
Allein für die Stadt Seesen hat sich inzwischen ein Schuldenberg von über 13 Millionen DM angesammelt. Dazu kommen noch die Abwasserbetriebe ( Kläranlage usw.) mit einer ähnlich hohen Schuldenlast, und die Wirtschaftsbetriebe ( Hallenbad usw.) die auch hoch verschuldet sind. Bei einer Schuldenlast (und die dafür fälligen Zinsen) von also weit über 26 Millionen DM ist es allein mit sparen nicht mehr getan. In Zukunft darf es keine kostenträchtigen Bauprojekte der Stadt mehr geben. Die Zinsen welche die nach uns kommende Generation dafür bezahlen muß, sind nicht mehr zu verantworten.
Für kleinere Objekte, wie diverse Brunnen oder Kunstwerke usw. sollte man versuchen eine Bürgerstiftung ähnlich wie in Goslar oder Göttingen zu gründen. Ein Vorschlag der im übrigen auch schon in den Reihen der anderen Parteien angedacht wurde. nach oben

Natürlich gibt es noch viele Ideen und Projekte die wir umgesetzt wünschten, allerdings können wir uns bei der desolaten finanziellen Lage nur nach der Decke strecken. Einige Wünsche scheinen sogar utopisch wie z.B. die Verlagerung des Seesener Amtsgericht ins z.B. Magnetogebäude und der Ausbau der Sehusaburg (sie gehört dem Land Niedersachsen) als Erlebnisgastronomie oder ein Gasthaus am zukünftigen großen See.

Glück auf

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Joachim Stuffel - 2001 [Home]