Es soll ein lebendiges Bild sein das sich verändern
kann wenn neue Ideen dazu kommen oder alte Ansichten wieder verworfen
werden müssen. Etliche der unten aufgeführten Wünsche
und Ideen sind nicht neu oder allein von uns. Wir legen wert auf die
Feststellung daß die unten genannten Punkte auch von den Seesener
Institutionen wie Mütterzentrum, Seesener Bürgergemeinschaft,
Vereine, Lokale AGENDA, Kirchen, anderen Parteien usw. stammen oder
stammen könnten. Das heißt wir wollen hier keine Ideen klauen
sondern sie nur einmal zusammenfassen um uns auch selber ein Bild von
Seesen machen zu können.
Dieses Leitbild ist somit auch ein Stück Selbstfindung.
Seesens Identität:
"Bis in das vorige Jahrhundert war Seesen ein Ackerbürgerstädtchen.
Die Bedeutung der Landwirtschaft ist aber seit dem gesunken.... Wesentliche
Ertragsgrundlagen sind heute die Industrie, der Dienstleistungsbereich
und der Fremdenverkehr", heißt es in der Info Broschüre
Seesen.
Viele Harzstädte sind durch den Bergbau entstanden und geprägt
worden weshalb in Goslar; Lautenthal, Wildemann usw. heute auch Bergbaumuseen
zu den touristischen Attraktionen gehören. Bad Grund hat nebenbei
noch seine Tropfsteinhöhle und den Kurbetrieb.
Seesens Ursprung dagegen liegt an einem See. - " Wie die alte Namensform
Sehuson ( Seehausen) beweist, hat Seesen seinen Namen von einem See,
wie denn auch die Stadt ein Seerosenblatt in ihrem Wappen führt.
Schon Merian bemerkt in seiner Topographie daß Seesen "ohne
Zweifel" von einem dabei stehenden See den Namen habe.
"Es hat Fürst Herzog Heinrich Julius
um das Jahr 1610 aber den See abgraben gelassen um die Beschaffenheit
zu erfahren. Nachdem aber die Wasser um etliche Lachter abgelaufen
waren, sind einige Häuser unten am Vititurm dem Sinken nachgefolgt,
wodurch man verspürte das der Grund des Ortes auf dem Wasser
stehen muß",
(Seesen die 500 jährige Stadt am Harz Seite 7).
- Dabei muß man sich vor Augen halten das es
ursprünglich keine oder kaum natürliche Seen im Harz - und
im Harzvorland gab. Fast alle Seen und Teiche die es heute in unserer
Region gibt, sind erst später künstlich angelegt worden. Seesens
historisches Erbe sind also seine Seen bzw. sie waren es. Der Reddekolk
existiert dabei noch; der Kindersee an der Wallstraße wurde leider
zugeschüttet. Der See beim Jagdschloß (Museum) wurde nach
dem 2. Weltkrieg und in den 60 iger Jahren mit Bodenaushub der nahe
gelegenen Züchnerfabrik verfüllt so das leider nur noch die
beiden kleinen Seereste übrig geblieben sind. Aus historischen
Karten geht aber hervor, das noch im 18. Jahrhundert ein See einen großen
Teil diese Gebietes einnahm.
Die geplante Wohnbebauung in diesem Gebiet "An den Teichen"
lehnen wir deshalb ab, den hier bebaut die Stadt historischen Grund.
Es ist sehr bedauerlich daß die Stadt Seesen an einen Ankauf der
Flächen und somit einer Erweiterung der Parkanlagen kein Interesse
hat. Hier wird die historische Chance vertan, der Stadt vielleicht wieder
ihren See, und somit ein Stück Identität zurück zu geben.
Langfristig sollte trotzdem daran gedacht werden die noch vorhandenen
Seeflächen wieder zu erweitern. Vielleicht könnte man die
Teiche sogar zu einem Badesee ausbauen. Bad Grund beantragt gerade Zuschüsse
von 1,5 Millionen DM für den Bau einer ökologischen Naturseebadeanstalt.
Naturräumlich liegt Seesen direkten im Übergangsbereich
vom Innerstebergland zum Oberharz (Hasseberg 290 m) . Anstatt einer
weiteren Wohnbebauung gehörte auf den Hasseberg deshalb
eine Bergwiese, sprich eine Bergwiese an die Bergstraße. Einen
"Berggarten" gibt es auf dem Hasseberg ja leider nicht mehr.
Da die noch vorhandene Wiesenfläche auf ca. 290 m Höhe liegen,
wäre ihre Umwandlung in eine echte Bergwiese (um 400 Höhenmeter
aber auch tiefer) möglich. Man bräuchte eventuell nur geeignetes
Bergwiesenheu auf der jetzigen Wiese verteilen, wodurch sich die bergwiesentypischen
Pflanzen dann aussäen. Eine solch extensiv bewirtschaftete Wiese
würde eine Aufwertung dieses Naherholungsgebietes bedeuten. Das
wäre dann die erste "Bergwiese" in Seesen und würde
Seesen noch mehr zu einer Harzstadt machen, was sicherlich auch im Hinblick
auf den Tourismus interessant sein dürfte. Als Beispiel können
die Bergwiesen in Bad Grund (dort sogar vom Harzer Höhenvieh -
den braunen harzer Kühen- beweidet ) und Goslar dienen, deren Bergwiesen
auch deutlich unter 400m liegen.
Bergwiesen (vielleicht auch an anderen Stellen) wären sicherlich
eine Bereicherung des Stadt bzw. Landschaftsbildes und würde die
Zugehörigkeit Seesens zum Harz ( im Gegensatz zum Vorharz oder
Braunschweiger Land) deutlich erhöhen.
Innenstadt:
So wie bei dem früheren Bauernmarkt auf der Domäne in Bilderlah,
oder z.Zt. in Bad Gandersheim sollten auch auf dem Seesener Markt
Haustiere ( Ziegen Schweine, Gänse) präsentiert werden. Das
wäre eine zusätzliche Attraktion. Die Jacobsonsstraße
sollte dabei vor dem Kaufhaus Meinecke am langen Donnerstag, Samstags
und zur Weihnachtszeit zur Fußgängerzone erklärt werden.
Die Marktstände könnten sich dann auf die Jacobsonsstraße
ausdehnen, zumal mit dem neuen Parkhaus jetzt auch noch mehr Parkplätze
in der Innenstadt zur Verfügung stehen. (die GAW hatte zu dem Thema
allerdings schon einmal einen Ratsantrag gestellt und ist damit gescheitert).
Die Seesener Werbegemeinschaft sollte wieder einen Weihnachtsmarkt
organisieren. Wir könnten uns dabei vorstellen das die SWG dazu
Verkaufsbuden zur Verfügung stellt ( vielleicht kann die ev. Kirche
dabei helfen) in denen sich dann auch Seesener Vereine wie Lebenshilfe,
AWO, Lebensabendbewegung usw. usw. kostenlos präsentieren könnten.
Ähnlich wie den Blumenschmuckwettbewerb sollte es einen Schaufensterwettbewerb
in Seesen geben. Diesen könnte die Seesener Werbegemeinschaft oder
die Bürgergemeinschaft durchführen. Auch sollten die Schaufenster
länger beleuchtet sein als zur Zeit.
Party, Kino, Sport für Kids im (immerhin überdachten) Parkhaus.
Zumindest sollte die SWG, der Stadtrat oder die Verwaltung nichts dagegen
haben falls jemand dort so etwas organisieren möchte (z.B. das
Jugendzentrum).
Eine von der Seesener Werbegemeinschaft bezahlte Kinderbetreuung
während des Einkaufs (Mütterzentrum, Frauenbeauftragte fragen).
Die Mütter bekommen dabei ein Handy, falls sie kein eigenes haben,
damit sie erreichbar sind.
Ähnlich wie z.B. in Bockenem sollte es eine Zentrums nahe Hundespielwiese
in Seesen geben auf der die Bürger ihre Hunde frei laufen lassen
können (auf eigene Gefahr). Interessant wäre dabei z.B. die
Wiese Feldstr./Steinweg. Die Pacht, Zaunausbesserung usw. finanziert
über ein Spendenkonto (Die Hundevereine konsultieren).
Wir wünschten uns eine Fußgängerbrücke am
Bahnhof wobei der Tunnel mit einbezogen werden kann (war auch schon
die Idee anderer Parteien),
eine CD-ROM (wie z.B. in Salzgitter) und einen jährlichen Kalender
über Seesen (im Zusammenhang mit einem Fotowettbewerb der z.B.
Fotogeschäfte),
einem gemeinsamen Sampler der Seesener Musikgruppen (Musicpoint-Seesen)
(Titel: Seesen im Taumel der Melodaien hä,hä), wieder einen
Stadtbildbeauftragten, einen Stadtjugendring, Werbung der Versorgungsbetriebe
für den Verkauf Ihres Ökostroms, weniger Mobielfunkantennen
aber mehr Werbung für die Einkaufstadt Stadt Seesen z.B. auf Autoaufkleber,
Litfaßsäulen, in überegionalen Zeitungsanzeige, an den
Autobahnraststätten Ildehausen/Rhüden (Stadtplan/Hotelverzeichnis).
Das die Lila Linie auch die Dörfer anfährt.
Wenn es finanziell und bautechnisch möglich wäre würden
wir gerne den alten Bachlauf in der Langenstraße wieder freilegen
lassen, ähnlich wie z.B. in Alfeld geschehen ist. Auf der Höhe
der Firma Wurziger ist auf alten Fotos noch ein dazugehöriger Brunnen
zu erkennen.
Parkausweise für die Anwohner der Innenstadt sollten eingeführt
werden.
Der Tourismus in Seesen
muß ausgebaut werden. Stichworte dazu wären - ein kostengünstiger
Fahrradverleih im Rathaus, eine Draisine auf den alten Gleisen zwischen
Bornhausen, Klingenhagen und Winkelsmühle (so etwas gibt es z.B.
auch in Bantrup bei Rinteln), einen ökologischen Stadtführer
wie in Goslar, geführte Betriebsbesichtigungen, eine Walpurgisfeier
(vielleicht auf den Sonnenberg?).
Organisierte Reitausflüge (durch Reitvereine): Das neuerdings eingeführte
"Reiterfest" (Sternritt nach Seesen) halten wir dabei schon
einmal für eine gut Idee. Das "Weinfest" sollte
dagegen ein "Harzfest", "Herbstfest"
o.ä. werden.
Die Anlage eines Trimmpfades im Wildpark.
Ökologie:
Natürlich wünschten wir uns das die Lokale AGENDA Hauptamtlich
weitergeführt würde, aber die Stadt Seesen kann die erforderlichen
100.000 DM im Jahr dafür wohl kaum aufbringen.
Wir wünschten uns einen "Tag der Artenvielfalt".
Dabei wird von Seesener Bürgern unter Anleitung von Fachleuten
ein Bestimmtes Gebiet in Seesen auf seine Artenvielfalt untersucht.
Schön wäre auch ein Waldkindergarten.
Landwirtschaft:
Noch in den 50er Jahren waren alle landwirtschaftlichen Flächen
in der Umgebung der Städte und Dörfer selbstverständlich
Naherholungsräume. Doch dann wurde zwecks Steigerung der Produktivität
durch Flurbereinigungen weite Gebiete "ausgeräumt" und
vereinheitlicht. Die landschaftliche Vielfalt, Schönheit und Attraktivität
blieb dort völlig auf der Strecke, wo die Monotonie der Großmaschienenflächen
als höchste Erhebung bis zum Horizont quasi nur noch ein Rübenblatt
duldete. Das Ergebnis ist eine De-facto-Aussperrung der Bevölkerung
aus ihren angestammten Lebensräumen, ohne daß irgendwo ein
Verbotsschild steht.
50% der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind so gründlich
ausgeräumt worden, daß sie praktisch niemand mehr zur Erholung
aufsucht. Der für die Bevölkerung nutzbare Lebensraum ist
so um etwa ein Drittel geschrumpft," so W.E.Barth, Leiter des Nationalpark
Harz.
Hochwasserschutz:
Die psychologische Wirkung des Hochwasserschutzdammes in Rhüden
sollte nicht unterschätzt werden. Bestes Beispiel dafür ist
der geplante Neubau der Rhüdener Grundschule ins Überschwemmungsgebiet
der Nette. Man hat ja jetzt einen Damm! Auch die Landwirtschaft muß
in Zukunft mehr in die Verantwortung genommen werden was heißt,
der Hochwasserschutz muß bei den drei laufenden Flurbereinigungsverfahren
oberste Priorität haben. Das bedeutet, begradigte Bäche müssen
wieder so hergerichtet werden das sie määndrieren können,
verrohrte Bäche müssen wieder freigelegt werden. An die Ackerränder
müssen Hecken und Büsche gepflanzt werden um der Bodenerosion
Einhalt zu gebieten. Den schlimmer als das Wasser ist oftmals der Schlamm
der den Netteanliegern bei Hochwasser in die Wohnungen und Keller schwappt.
Aber auch eine weiter Versiegelung von Grundstücken mit Verbundpflastersteinen
oder Asphalt darf nur noch dort durchgeführt werden wo es unbedingt
nötig ist. Wir können nicht so weiter machen wie bisher und
nach dem Motto handeln - wir haben ja jetzt einen Damm.
Bauen in Seesen:
Leider stehen in der Innenstadt immer mehr Wohnungen leer. Wenn schon
neue Baugebiete dann ökologische Baugebiete wie es sie in anderen
Kommunen und Gemeinden bereits gibt. Vorstellbar wäre dabei eine
Holzhaussiedlung (paßt zum Harz mit seinem großen Holzpotential)
mit eigenem Blockheizkraftwerk und das auch für Familien mit geringerem
Einkommen. Auch ist verdichtetes Bauen (Hundertwasserhäuser und
ähnliches) dem Bauen in der Fläche vorzuziehen. Mischgebiete
sollten dabei Vorrang vor reinen Wohngebieten haben, damit z.B. auch
ein Lebensmittelmarkt dort angesiedelt werden kann. Die Seesener Gebäude
sollten möglichst eine harztypische Bauweise vorweisen. Als Vorbild
dafür kann der Seesener MiniMal-Markt an der Frankfurterstr. mit
Satteldach und der harztypischen Fassadenverkleidung dienen. Auch das
dient der Identität.
Um die Seesener Innenstadt zu stärken sollten die Gewerbebetriebe
am Stadtrand angehalten werden zumindest kleine Zweigstellen im Innenstadtbereich
zu unterhalten, Autohäuser, Möbelhäuser z.B. kleine Ausstellungsräume.
Dazu gehört allerdings der Wille und einiges an Verhandlungsgeschick
seitens der Stadtverwaltung. Ähnliches wurde auch schon in Clausthal-Zellerfeld
praktiziert. Ein weiteres Gewerbegebiet am Ziegelkamp (Braunschweigerstr.
nach der Gartenkolonie) lehnen wir aus Sicht des Stadtbildes ab.
Rastanlage:
Das Bundes Verkehrsministerium möchte die alte Tank und Rastanlage
Seesen- Ildehausen an der A7 beidseitig und bis auf je einen Kiosk pro
Seite zurückbauen. Die Parkplatzflächen sollen allerdings
erhalten bleiben. Für den Rückbau möchte das Straßenneubauamt
zwei neue Tank und Rastanlagen im ca. 10 km entfernten Bornhausen bauen.
Wir lehnen dies ab.
Wir halten die Rastanlagen und Parkplatzdichte mit einem Autohof in
Nordheim, der Raststätte Ildehausen, dem Autohof Rhüden dem
Truck-Stop in Bockenem in dieser Region mehr als ausreichend.
Der Bund der Steuerzahler nannte die Raststätte in einem
Artikel in der Bild am Sonntag vom 16.04. 2000 unter der Überschrift
"10 Millionen für sinnloseste Raststätte verpulvert",
Deutschlands überflüssigste Raststätte.
Ökonomisch:
Allein für die Stadt Seesen hat sich inzwischen ein Schuldenberg
von über 13 Millionen DM angesammelt. Dazu kommen noch die Abwasserbetriebe
( Kläranlage usw.) mit einer ähnlich hohen Schuldenlast, und
die Wirtschaftsbetriebe ( Hallenbad usw.) die auch hoch verschuldet
sind. Bei einer Schuldenlast (und die dafür fälligen Zinsen)
von also weit über 26 Millionen DM ist es allein mit sparen nicht
mehr getan. In Zukunft darf es keine kostenträchtigen Bauprojekte
der Stadt mehr geben. Die Zinsen welche die nach uns kommende Generation
dafür bezahlen muß, sind nicht mehr zu verantworten.
Für kleinere Objekte, wie diverse Brunnen oder Kunstwerke usw.
sollte man versuchen eine Bürgerstiftung ähnlich wie in Goslar
oder Göttingen zu gründen. Ein Vorschlag der im übrigen
auch schon in den Reihen der anderen Parteien angedacht wurde.
Natürlich gibt es noch viele Ideen und Projekte
die wir umgesetzt wünschten, allerdings können wir uns bei der
desolaten finanziellen Lage nur nach der Decke strecken. Einige Wünsche
scheinen sogar utopisch wie z.B. die Verlagerung des Seesener Amtsgericht
ins z.B. Magnetogebäude und der Ausbau der Sehusaburg (sie gehört
dem Land Niedersachsen) als Erlebnisgastronomie oder ein Gasthaus am zukünftigen
großen See.